- hillehoek
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Aktualisiert: vor 6 Stunden
Die Geschichte hinter der alten friesischen Ballade

Die Ballade führt uns in die bäuerliche Lebenswelt des alten Friesland. Damals erzählten Lieder von dem, was die Menschen bewegte: von Liebe und Enttäuschung, von Treue und gebrochenen Versprechen. Hahn, Ochse, Katze, Henne und Taube gehören selbstverständlich zum Hof und begleiten die Geschichte mit ihren Rufen. Sie werden zu Zeugen der Klage und verleihen den Gefühlen der jungen Frau Ausdruck.
Im Mittelpunkt steht eine Frau, um die Buske di Remmer sieben Jahre lang freit. Über einen so langen Zeitraum wirbt er um sie und weckt die Hoffnung auf eine gemeinsame Zukunft. Doch als die sieben Jahre vergangen sind, muss sie erkennen, dass er sein Wort nicht hält. Aus dem langen Freien wird keine Ehe.
Wie ein Refrain kehren ihre Worte immer wieder zurück: Wenn sie von seiner Hand keine Treue erhält, so werde sie daran zugrunde gehen. Diese Klage macht deutlich, welche Bedeutung ein gegebenes Wort damals hatte. Ein Eheversprechen war nicht nur eine persönliche Angelegenheit, sondern berührte Ehre, Ansehen und die Zukunft einer Frau.
Die Tiere des Hofes scheinen ihr Leid mitzutragen. Der Hahn kräht, der Ochse brüllt, die Katze miaut, der Hund bellt und die Taube antwortet mit ihrem Ruf. So entsteht das eindrucksvolle Bild eines Hofes, auf dem die ganze Schöpfung Anteil an ihrem Schmerz nimmt.
Am Ende richtet sie ihre Worte noch einmal unmittelbar an Buske di Remmer. Sie wirft ihm vor, sie betrogen und belogen zu haben und sein Versprechen gebrochen zu haben. So erzählt die Ballade nicht nur von einer unglücklichen Liebe, sondern von der tiefen Enttäuschung über einen Menschen, der Vertrauen geweckt, sein Wort gegeben und es schließlich nicht gehalten hat.

„Buske di Remmer“ gehört zu den ältesten überlieferten friesischen Volksliedern aus Ostfriesland. Die Ballade wurde bereits im 17. Jahrhundert schriftlich festgehalten, lebte aber wahrscheinlich schon lange vorher im mündlichen Gesang weiter.
Sie erzählt die Klage einer Frau, die von Buske di Remmer ein Eheversprechen erhalten hat und von ihm enttäuscht und betrogen wurde. In ihrer Not werden sogar die Tiere des Hofes zu ihren Zeugen: Hahn, Ochse, Katze, Henne und Taube stimmen in die Klage ein.
Solche Lieder entstanden mitten aus dem Leben der Menschen auf dem Land. In einer Welt zwischen Marsch, Moor und Meer prägten Landwirtschaft, Viehzucht und die Jahreszeiten den Alltag. Nach der Arbeit kamen die Menschen zusammen, sangen ihre Geschichten und bewahrten so ihre Sprache und ihre Erinnerungen.
Wenn heute die ostfriesische Volkstanzgruppe „Buske di Remmer“ aufführt, lebt nicht nur ein alter Tanz weiter – sondern die Stimme einer vergangenen Zeit.
- hillehoek
- 11. Juli

Der Onkenhof ist ein alter ostfriesischer Gulfhof im Zentrum von Rhauderfehn. Seinen Namen trägt er nach seinem früheren Besitzer Jan Onken.

Seit den 1980er Jahren gehört das Haus zu unserer Familiengeschichte. 1985 zog Elma ein und lebt hier seit 40 Jahren.

Mit viel Liebe, Engagement und eigener Gestaltungskraft machte sie den denkmalgeschützten Hof zu ihrem Zuhause und erfüllte vor allem die alten Räume im Inneren mit neuem Leben.

Ein alter Hof ist niemals „fertig“. Er lebt mit den Menschen und mit der Zeit – und so ist nun auch für den Onkenhof wieder eine Zeit gekommen, in der er mehr Aufmerksamkeit, Pflege und Liebe erfahren muss – Schritt für Schritt und so, wie es möglich ist.
Der folgende Film erzählt ein wenig von diesem besonderen Ort.
- hillehoek
- 7. Juli

Enno Wilhelm Hektor (1820–1874) war ein ostfriesischer Schriftsteller, Dichter und Dramatiker aus Dornum. Er schrieb sowohl auf Hochdeutsch als auch auf Plattdeutsch und setzte sich in seinen Werken oft mit den sozialen und politischen Fragen seiner Zeit auseinander.
Sein bekanntestes Werk ist das plattdeutsche Lied „In Oostfreesland is't am besten“, das bis heute als Regionalhymne Ostfrieslands gilt. Hektor schrieb das Lied im Jahr 1850 während eines Aufenthalts im Ahrtal, nachdem er seine ostfriesische Heimat aus wirtschaftlichen Gründen verlassen hatte. Gerade die räumliche Distanz verlieh dem Lied seine besondere Wärme und Verbundenheit mit Ostfriesland.
Nach Studien in München arbeitete Hektor viele Jahre am Germanischen Museum in Nürnberg und veröffentlichte Gedichte, Theaterstücke sowie Beiträge zur niederdeutschen Sprache. Sein Ostfrieslandlied wird bis heute bei zahlreichen festlichen Anlässen gesungen und gehört zu den bekanntesten kulturellen Symbolen der Region.