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Erinnerungen einer Fehntjerin

Reiseerlebnisse: USA

  • hillehoek
  • 10. Mai 2025
  • 2 Min. Lesezeit

Ostfriesen in Iowa und Illinois


Eine Szene wie im Film…ein großes Farmhaus, auf der umlaufenden Terrasse sitzt ein älterer Mann im Schaukelstuhl, wir fahren mit unserem Bulli auf den Hof, ich steige aus und frage:“ Könt wie hier ook platt proten?“…“Hao, man driest“ ist die Antwort!

Wir, das sind meine Tochter Hille, David, unser ehemaliger Austauschschüler für 10 Monate und ich, haben die erste Familie Hoek gefunden. Die Adressen haben wir von dem Familienforscher Rudolf Hoek in Weener.

Wir werden sehr herzlich aufgenommen, von Eilert, seiner Frau Mary und deren Sohn Burdette , in dessen großer Wohnung wir ein paar Tage bleiben dürfen.

Es ist etwas abenteuerlich, das Haus sieht aus wie aus einem alten Film, Dutzende alter Grammophone hat er gesammelt, stehen überall im Haus.

Im Bad sind die Armaturen vergoldet, Burdette hat sich eine eigene Welt geschaffen, und wir genießen die eigenartige Atmosphäre.

Eilert besitzt etliche Oldtimer, mit denen er uns viel von der Gegend zeigt , unter anderem etliche Friedhöfe mit Grabsteinen der Familie Hoek und vieler alter ostfriesischer Namen.


Wir sind zu einer Beerdigung eines Mitglieds der Familie Hoek eingeladen, auch ein besonderes Erlebnis, weil es sehr abweicht von unseren Gebräuchen.

Der offene Sarg steht in einer Ecke des Raumes, drumherum stehen die Trauergäste, in normaler Alltagskleidung, es gibt keinerlei feierliche Stimmung. Nur die Witwe sitzt weinend in all dem Trubel, wird kaum beachtet. Wir wissen nicht, wie wir uns verhalten sollen. Eine Schrecksekunde gibt es noch, als wir an den Sarg herantreten. Der Tote hat eine sehr große Ähnlichkeit mit meinem Schwiegervater, also Hilles Opa. Über Generationen hatten sich die Gesichtszüge kaum verändert.

Es sind schöne Tage in unserer Familie, Burdette will auch mehr über seine Vorfahren wissen, wir konnten ihm weiterhelfen mit Daten, als wir wieder zu Haus waren.


Da Eilert noch ein unverfälschtes Platt spricht, ist die Verständigung kein Problem. Bei Mary ist es schon ein Gemisch aus Platt und Englisch, manchmal ganz lustig, wenn sie zum Beispiel sagte: „Denn hebb wi dor wegmoved“…Burdette hatte sich das Plattdeutsche auch noch bewahrt.


In dem kleinen Städtchen besteht die Hälfte der Einwohner aus Nachkommen der ersten ostfriesischen Einwanderer, ich stelle das an dem Telefonbuch mit den ostfriesischen Namen fest.

Eilert bestätigt, daß noch viel platt gesprochen wird.

(Übrigens tauchten im Telefonbuch von Denver alle deutschen Namen auf, die ich kannte.)


Wir haben in der Gegend noch ein anderes Ehepaar besucht, das aber wenig Eindruck hinterlassen hat. In San Francisco gibt es auch Nachfahren der Familie Hoek, die sich später Hook nannte, wir haben sie leider nicht gefunden. Dafür gibt es von dort noch eine andere Geschichte….

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