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Erinnerungen einer Fehntjerin

Vom Telegramm bis zur KI

hillehoek
23. Aug.
2 Min. Lesezeit

Hundert Jahre Kommunikation


1998 hat Elma aus Anlass des 90. Geburtstages ihrer Mutter Gesine in den Archiven des GA einen kleinen Schatz ausgehoben... Hiervon werden wir gelegentlich in einem gesonderten Beitrag berichten...
1998 hat Elma aus Anlass des 90. Geburtstages ihrer Mutter Gesine in den Archiven des GA einen kleinen Schatz ausgehoben... Hiervon werden wir gelegentlich in einem gesonderten Beitrag berichten...

Wenn Elma von ihrer Kindheit in Ostfriesland erzählt, erzählt sie von einer Welt, die nicht nur anders aussah als unsere heutige. Sie war auch sehr viel kleiner.

Nicht auf der Landkarte natürlich. Aber Entfernungen hatten ein anderes Gewicht. Detern, wo Elmas Schwiegermutter herkam, lag nur gut zehn Kilometer entfernt – doch wenn man zu Fuß ging oder mit dem Fahrrad fuhr, war ein Besuch bereits eine kleine Unternehmung.

Das Leben spielte sich vor allem in der näheren Umgebung ab. Man traf sich beim Einkaufen, auf der Straße, bei der Arbeit, auf Tanzveranstaltungen, Geburtstagen, Hochzeiten und anderen Festen. Auch der kleine Krämerladen war mehr als ein Geschäft. Man kaufte dort nicht nur ein, sondern begegnete anderen Menschen und erfuhr, was es Neues gab.

Vieles, was heute über Telefon und Internet läuft, lief damals über persönliche Begegnungen. Wer etwas wissen wollte, fragte jemanden. Wer Neuigkeiten hatte, erzählte sie weiter. Wer weiter entfernt wohnte, bekam einen Brief – und für dringende Nachrichten gab es das Telegramm.

Als Elma ungefähr neun oder zehn Jahre alt war, bekam ihre Großmutter ein Telefon. Selbst dabei saß noch ein Mensch dazwischen: die Vermittlung, die das Gespräch erst zustande brachte.

Von dieser Zeit bis zu unserer heutigen Welt mit Mobiltelefon, Internet und künstlicher Intelligenz ist es ein ungeheurer Weg – und Elma hat ihn beinahe vollständig miterlebt.

Darüber unterhalten wir beide uns in zwei kleinen Sendungen auf Plattdeutsch. Nicht vollständig, nicht wissenschaftlich und ganz gewiss nicht streng der Reihe nach. Wir erinnern uns, fragen nach, kommen vom einen aufs andere und versuchen dabei ein wenig einzufangen, wie sich das Leben damals angefühlt haben mag: Wie weit reichte die eigene Welt? Wie erfuhr man, was anderswo geschah? Wie kamen Menschen zusammen?

Eigentlich so, wie früher bei Familiengeburtstagen erzählt wurde. Einer fing an, dem anderen fiel noch etwas ein – und ehe man sich versah, war eine alte Geschichte wieder lebendig.



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