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Erinnerungen einer Fehntjerin

Kenn ji al dat näje Lied (van uns Pastor sien Koeh)

  • hillehoek
  • vor 2 Tagen
  • 1 Min. Lesezeit


„Herrn Pastor sien Kauh“ ist eines der berühmtesten und wohl längsten plattdeutschen Volkslieder überhaupt. Es handelt sich um ein echtes kumulatives Kettenlied mit enormer Variationsbreite – es existieren Versionen mit mehr als 600 bis über 1.000 Strophen. Das Lied erzählt auf humorvolle, derbe und satirische Weise die Geschichte einer Kuh des Pastors: Ostern steht sie noch „dick un drall“ im Stall, zu Pingsten liegt sie tot da. Statt Trauer bricht im Dorf Verteilfreude aus – jedes Körperteil der Kuh wird witzig und zweckentfremdet an die Dorfbewohner verteilt: Der Küster bekommt den Schwanz als Glockenstrang, der Schuster macht Stiefel aus der Haut, der Maler einen neuen Pinsel aus dem Schwanzhaar usw. Spätere Strophen schweifen immer weiter ab in aktuelle Ereignisse, Politik, Kriege oder Alltagsbegebenheiten – das Lied wurde ständig neu weitergesponnen.

Herkunft: Es ist ein typisches mündlich überliefertes Volkslied aus dem niederdeutschen Raum (vor allem Mecklenburg, Pommern, Ostfriesland und umliegende Regionen). Es entstand vermutlich im 19. Jahrhundert oder früher und lebte durch Sänger und Dorfgemeinschaften weiter. Der humorvolle, spöttische Ton (auch gegenüber dem Pastor und der Obrigkeit) ist typisch für plattdeutsche Volkslieder – er diente der Unterhaltung, der Kritik und dem Zusammenhalt beim Singen auf Festen, in der Spinnstube oder auf der Diele. Heute wird es vor allem bei plattdeutschen Singefesten gepflegt und immer wieder mit neuen Strophen ergänzt. Das Lied ist humorvoll-derb, voll Schalk und Situationskomik – genau das macht seinen Charme aus.


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